Diplomsozialbetreuer mit Schwerpunkt Familienarbeit - Anerkennung von Berufsqualifikationen aus anderen EU/EWR-Mitgliedstaaten

Allgemeine Information


Die Landesregierung hat auf Antrag Ausbildungsnachweise nach Maßgabe der Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen als Ersatz für eine Ausbildung zum Diplom-Sozialbe-treuer/zur Diplom-Sozialbetreuerin mit dem Schwerpunkt Familienarbeit anzuerkennen. Die Bestimmungen der Richtlinie 2005/36/EG sind unabhängig von der Staatsangehörigkeit und vom Staat, in dem die Ausbildung absolviert wurde, anzuwenden. Antragsberechtigt sind alle Personen, die die Ausübung des Sozialbetreuungsberufes mit der Führung der Berufsbezeichnung "Diplom-Sozialbetreuer/Diplom-Sozialbetreuerin mit dem Schwerpunkt Familienarbeit" nach dem Sozialbetreuungsberufegesetz in Vorarlberg beabsichtigen.

Personen, die die Berechtigung zur Führung dieser Berufsbezeichnung erlangen wollen, benötigen (auch) eine Qualifikation als Pflegeassistent/Pflegeassistentin nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz. Soweit die Berechtigung zur Berufsausübung in der Pflegeassistenz nicht nachgewiesen werden kann, ist der Antrag auf Anerkennung somit gemeinsam mit einem Antrag auf Zulassung zur Berufsausübung in der Pflegeassistenz (bei Ausbildungsnachweisen aus dem EU- und EWR-Bereich oder der Schweiz) oder auf Nostrifikation (bei Ausbildungsnachweisen aus Drittländern) einer ausländischen Ausbildung nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz einzubringen. Die Verfahren werden koordiniert durchgeführt.

Bestehen wesentliche Unterschiede zu einer Ausbildung gemäß der Sozialbetreuungsberufe-Ausbildungs-verordnung und sind diese nicht durch Kenntnisse aufgrund von Berufspraxis ausgeglichen, ist der Person, die den Antrag gestellt hat, entweder ein Anpassungslehrgang oder eine Eignungsprüfung vorzu-schreiben, wobei die Wahl zwischen diesen Maßnahmen zu ermöglichen ist.

Die Anerkennung einer Ausbildung gilt für das ganze Bundesgebiet.

Personen, die außerhalb Österreichs zur Ausübung eines Sozialbetreuungsberufes befugt sind, dürfen die dort zulässige Bezeichnung und deren allfällige Abkürzung führen.

Voraussetzungen


Folgende Unterlagen sind vorzulegen:
1. Antrag,
2. Ausbildungsnachweis,
3. Lehrplan (daraus soll Art, Umfang und Inhalt der absolvierten Fachgebiete ersichtlich sein),
4. allenfalls eine Urkunde (zB Heiratsurkunde), die eine entstandene Namensänderung dokumentiert,
5. allenfalls eine Arbeitsbestätigung über die Tätigkeit in einem Sozialbetreuungsberuf (Nachweis von Kenntnissen aufgrund von Berufspraxis),
6. Führungszeugnis (Leumundszeugnis) des Herkunftsstaates (bei Personen, die sich bereits seit längerer Zeit in Österreich aufhalten, ist auch ein Auszug aus dem österreichischen Strafregister erforderlich),
7. Nachweis der gesundheitlichen Eignung (ärztliches Attest),
8. Falls bereits vorhanden, Bescheid über die Berufszulassung oder Nostrifikation in der Pflegehilfe.

Fristen


Der Eingang eines Antrages ist vom Amt der Vorarlberger Landesregierung innerhalb eines Monats zu bestätigen, und es ist dabei gegebenenfalls mitzuteilen, welche Unterlagen fehlen. Die Entscheidung über die Anerkennung hat binnen kürzester Frist, längstens aber innerhalb von vier Monaten nach vollständiger Vorlage der erforderlichen Unterlagen, zu erfolgen.

Zuständige Stelle

Detailinformation


Was ist ein Anpassungslehrgang?
Ein Anpassungslehrgang ist die Ausübung des Sozialbetreuungsberufes bzw der Pflegehilfe in Österreich unter Verantwortung eines/einer qualifizierten Berufsangehörigen. Er wird im Rahmen einer Sozialbetreuungsberufeschule bzw eines Pflegehilfelehrganges absolviert und bewertet. Es besteht Teilnahmepflicht.

Was ist eine Eignungsprüfung?
Eine Eignungsprüfung ist eine Prüfung, die ausschließlich die beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten des Antragstellers/der Antragstellerin betrifft. Die Prüfung ist kommissionell im Rahmen einer Sozialbetreuungsberufeschule bzw eines Pflegehilfelehrganges über die im Zulassungsbescheid angeführten Sachgebiete oder Unterrichtsfächer abzulegen. Es besteht keine Verpflichtung, am Unterricht teilzunehmen. Eine freiwillige Teilnahme kann aber ermöglicht werden.


Kosten:


Die Kosten für das Sachverständigengutachten in Höhe von € 127,80 müssen bereits bei der Antragstellung bezahlt werden.
Die Gebühren nach dem Gebührengesetz (GebG) und die Verwaltungsabgaben müssen nach Abschluss des Verfahrens bezahlt werden und betragen:

1. Nachweis einer Pflegeassistenz-Ausbildung nach Gesundheits- und Krankenpflegegesetz liegt vor:
€ 47,30 Gebühr nach dem GebG für den Antrag
€ 83,60 Gebühr nach dem GebG für die Bescheidausfertigung; für den ersten Bogen (= vier DIN A 4-Seiten); jeder weitere Bogen € 13
€ 70,60 Landes-Verwaltungsabgabe für die Bescheidausfertigung

2. Ohne Nachweis einer Pflegeassistenz-Ausbildung:
€ 47,30 Gebühr nach dem GebG für den Antrag
€ 83,60 Gebühr nach dem GebG für die Bescheidausfertigung (Verfahren zur Zulassung zur Berufsausübung in der Pflegeassistenz)
€ 3,20 Bundes-Verwaltungsabgabe (Verfahren zur Zulassung zur Berufsausübung in der Pflegeassistenz)
€ 83,60 Gebühr nach dem GebG für die Bescheidausfertigung (Verfahren zur Anerkennung des Sozialbetreuungsberufs); für den ersten Bogen (= vier DIN A 4-Seiten); jeder weitere Bogen € 13
€ 70,60 Landes-Verwaltungsabgabe für die Bescheidausfertigung (Verfahren zur Anerkennung des Sozialbetreuungsberufs)

Die weiteren Kosten hängen von der Anzahl der eingereichten Beilagen ab (€ 3,90 pro Bogen (= vier DIN A 4-Seiten), maximal € 21,80 pro Beilage).



Rechtsgrundlage(n):


§§ 3 und 7 Sozialbetreuungsberufegesetz (SozBG), LGBl. Nr. 26/2007

§ 2 Sozialbetreuungsberufe-Ausbildungsverordnung, LGBl. Nr. 46/2007

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