Bergführerwesen: Anerkennung von Berufsqualifikationen aus anderen EU/EWR-Mitgliedstaaten

Allgemeine Information


Ausbildungsnachweise anderer Mitgliedstaaten können durch Bescheid der Landesregierung als Ersatz für Prüfungen und Ausbildungen für Bergführer, Canyoning-Führer bzw. Sportkletterlehrer nach den Vorarlberger Bestimmungen anerkannt werden. Hinsichtlich der Wanderführer erfolgt die Anerkennung durch den Bergführerverband.
Bestehen wesentliche Unterschiede zur Qualifikation nach den Vorarlberger Bestimmungen und können diese nicht durch Kenntnisse aufgrund einer Berufserfahrung oder aufgrund einer weiteren beruflichen Weiterbildung (Seminare, anderen Formen der Fortbildung) ausgeglichen werden, kann bei Bergführern eine Eignungsprüfung vorgeschrieben werden. Die Canyoning-Führer, Sportkletterlehrer bzw. Wanderführer haben die Wahl zwischen einer Eignungsprüfung und einem Anpassungslehrgang. Die Eignungsprüfung wird vom Vorarlberger Bergführerverband abgenommen.
Dies gilt auch für Ausbildungsnachweise, die in Drittstaaten oder für Drittstaatsangehörige ausgestellt worden sind, sofern diese aufgrund des Rechts der EU oder eines Staatsvertrages gleichzustellen sind.

Anerkennungen sind grundsätzlich nur notwendig, wenn Sie sich in Vorarlberg als Bergführer, Canyoning-Führer, Sportkletterlehrer oder Wanderführer niederlassen wollen.

Für eine nur vorübergehende und gelegentliche Dienstleistung in Vorarlberg gelten die Bestimmungen hinsichtlich der vorübergehenden Dienstleistung (Ausflugsverkehr) (siehe diesbezügliches EAP-Formular).

Voraussetzungen


Dem Antrag sind anzuschließen:
 a) Ausbildungsnachweise der zuständigen Stelle,
 b) Nachweise über eine Berufsausübung und der beruflichen Fortbildung,
 c) Nachweise über Inhalt und Umfang der absolvierten Ausbildungen und Prüfungen (Lehrpläne und Ähnliches),
 d) Nachweise über die Staatsangehörigkeit und
 e) allenfalls eine Urkunde, die eine entsprechende Namensänderung dokumentiert.

Nachweise können sowohl im Original oder in Kopie eingereicht werden. Falls Zweifel über die Echtheit besteht, kann eine beglaubigte Übersetzung verlangt werden. Bei Nachweisen nach lit. a bis d ist auf Verlangen, soweit sie nicht in deutscher Sprache sind, eine Übersetzung durch ein zertifiziertes Übersetzungsbüro beizulegen. 

Fristen


keine

Zuständige Stelle


Amt der Vorarlberger Landesregierung, Amtsstelle Sportreferat

Hinsichtlich Wanderführer:

Vorarlberger Bergführerverband: Kontakt: +43(0)6642234935; vorarlberg@bergfuehrer.at; www.bergfuehrer.at/vorarlberg

Detailinformation


Es wird unterschieden:

Hinsichtlich Mitgliedstaaten, in denen die Ausbildung  im Sinne der Berufsanerkennungsrichtlinie reglementiert ist:
Die Landesregierung hat auf Antrag Diplome, Prüfungszeugnisse oder Befähigungsnachweise über den Abschluss einer reglementierten Ausbildung im Sinne der Richtlinie 2005/36/EG, die einem Angehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Union von einer zuständigen Stelle eines Mitgliedstaates ausgestellt worden sind, durch Bescheid als Ersatz für Prüfungen und Ausbildungen im Sinne des jeweiligen Abschnittes des Bergführergesetzes und der dazu ergangenen Verordnungen anzuerkennen.


Hinsichtlich Mitgliedstaaten, in denen die Ausbildung  im Sinne der Berufsanerkennungsrichtlinie nicht reglementiert ist:
Die Landesregierung hat auf Antrag Diplome, Prüfungszeugnisse oder Befähigungsnachweise über den Abschluss einer Ausbildung, die einem Angehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Union von einer zuständigen Stelle eines Mitgliedstaates ausgestellt worden sind, durch Bescheid als Ersatz für Prüfungen und Ausbildungen im Sinne des jeweiligen Abschnittes des Bergführergesetzes und der dazu ergangenen Verordnungen anzuerkennen, sofern die antragstellende Person in den letzten zehn Jahren diesen Beruf vollzeitlich ein Jahr oder während einer dieser Zeit entsprechenden Dauer teilzeitlich in einem Mitgliedstaat ausgeübt hat.

Bestehen wesentliche Unterschiede zwischen der nachgewiesenen Qualifikation und der Qualifikation durch Prüfungen und Ausbildungen, die in den jeweiligen Abschnitten des Bergführergesetzes und den dazu ergangenen Verordnungen geregelt sind und sind diese nicht durch Kenntnisse, insbesondere aufgrund einer Berufspraxis oder beruflichen Weiterbildung ausgeglichen, hat die Landesregierung die Anerkennung unter der Bedingung auszusprechen, dass die fehlende Qualifikation durch Ablegung einer Eignungsprüfung nachzuweisen ist. Die Canyoning-Führer, Sportkletterlehrer bzw. Wanderführer haben die Wahl zwischen einer Eignungsprüfung und einem Anpassungslehrgang. In diesem Bescheid ist auszusprechen, in welchen Bereichen die Qualifikation mangelhaft ist.

Die Eignungsprüfung hat beim Bergführerverband zu erfolgen. Der Bergführerverband hat das Ergebnis der Eignungsprüfung zu bescheinigen und hiervon die Landesregierung zu benachrichtigen.

 


Kosten:

€ 72 Landes-Verwaltungsabgabe für die amtliche Ausfertigung
€ 47,30 Gebühr nach dem Gebührengesetz für den Antrag
€ 83,60 Gebühr nach dem Gebührengesetz für die amtliche Ausfertigung
Die weiteren Kosten hängen von der Anzahl der eingereichten Beilagen ab (€ 3,90 pro Bogen (= vier DIN A 4-Seiten), maximal € 21,80 pro Beilage).

Falls ein Gutachten eines nicht amtlichen Sachverständigen notwendig ist, wird dies vorab gesondert mitgeteilt.

 


Rechtsgrundlage(n):

§ 11 Bergführergesetz; Verordnung der Landesregierung über die Anerkennung von Ausbildungsnachweisen, den Anpassungslehrgang und die Eignungsprüfung nach dem Recht der Europäischen Union im Rahmen des Bergführergesetzes

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